Journalisten über Sauerzopf

Direktor Alfred Schmeller will ihn nächstes Jahr in das Museum des 21. Jahrhunderts bringen, und das würde für Sauerzopf einen Durchbruch bedeuten – für ihn, den Mann, der immer die eine Linie sucht, die ein Gesicht ausmacht, die eine Linie, die es von allen anderen unterscheidet, die den ganz individuellen Raum einer Persönlichkeit begrenzt. (Klara Köttner-Benigni, Burgenländischer Kulturalmanach 1976)

Sein Metier ist die lettristische Zeichnung, die mit einer gewissen Automatik quasi aus dem Handgelenk geschüttelt wird. Diese sich einmal als Reiter, dann wieder als Schiläufer gebärdenden Kritzeleien zählen jedoch zum Interessantesten, was auf dem Gebiet der österreichischen Zeichnung in den letzten Jahren zu sehen war. (Oberösterreichische Nachrichten, 26.3.1977)

Mit expressivem, “nervösem” und sparsamem Strich bringt er seine Erlebnisse und Beobachtungen zu Papier, weiß sich auf das Wesentliche des Augenblicks zu beschränken, versteht es, Nebensächliches und Zufälliges wegzulassen. Von besonderem Reiz sind seine geradezu asketischen Landschaftsstenogramme. Sparsam in den Mitteln – aber überaus treffsicher – sind Sauerzopfs Portraits (Anton Lehmden, H.C. Artmann, Günther Grass, Max Frisch, Otto Breicha). (Süd-Ost-Tagespost, 29.3.1977)

Sauerzopf ist Lehrer für Zeichnen und Kurzschrift. Ein meisterhafter Bildstenograph, der abbildet, was im schnellen Wechsel seine Netzhaut reizt: Horizonte, die sich rasch ändern, Bauern beim Mähen, Fußballspieler, Eishockeycracks, Dirigenten, Abfahrtsläufer. Reduziert auf formale Kürzel, aber stets lesbar, von gestochener Prägnanz. (Neue Zeit, Graz, 29.4.1979)

Entsprechend seinem schulmännischen Handwerk liegt ihm die kürzelhafte Abkürzung. So schreibt er gleichsam in stenographischer Manier rasch vorüberflimmernde Bilder vom TV-Schirm ab, bringt den Bewegungsablauf eines Sportlers in serielle Reihung, zeichnet die Arbeit einer Bäurin auf dem Feld phasenhaft in filmischen Sequenzen auf… Der einzelgängerische Außenseiter Sauerzopf füllt das bestürzende Vakuum zwischen Traditionalismus und Progressivität auf seine Weise. (Wiener Zeitung, 12.9.1979)

Es geht ihm meist darum, einen Bewegungsablauf zu fixieren, d.h. zeichnerisch sichtbar zu machen. Für diese seriellen Bewegungsabläufe bedient er sich kürzelhafter Abkürzungen, die für jedermann dechiffrierbar sind. Die Arbeit der Bäurin auf dem Feld läuft wie ein Film vor den Augen des Betrachters ab. Momentaufnahmen, die ein Gesamtbild vermitteln. (Wahrheit, Graz, 14.9.1979)

Er gehört zu den erstaunlichsten zeichnerischen Begabungen innerhalb der österreichischen Kunstszene. (Oberösterreichische Nachrichten, 24.9.1979)

Spontan und kürzelartig setzt der Burgenländer Eduard Sauerzopf seinen Graphitstift an, um Bewegungsabläufe festzuhalten, wie sie sonst die Momentphotographie in Phasenzerlegungen darstellt. Ein wenig erinnert, was er macht, an Henri Michaux. (Die Presse, Wien, 27.9.1979)

Der 1930 geborene Künstler ist ein überraschender Zeichner, der es auf unnachahmliche Weise versteht, Abläufe aus dem Alltag gleichsam in Bild-Stenographie festzuhalten und wiederzugeben. Hinter scheinbar kalligraphischen Kritzeleien steckt jeweils eine ganze Geschichte. (Bieler Tagblatt, 29.10.1983)

Feiner Strich und spitzer Stift waren die Markenzeichen des im April verstorbenen südburgenländischen Künstlers Eduard Sauerzopf. Zu seinen bevorzugten Motiven zählten Portraits und Landschaften. Sauerzopf war aber auch ein Spezialist für dynamische Bewegungsstudien. (ORF Burgenland – Kunstblicke, 19.8.2011)